Un-Focused

Un-Focused ist ein Podcast über die Perspektiven von Schwarzen, Indigenen und Fotograf:innen of Color. Im Mittelpunkt steht nicht Technik, sondern die Kraft des individuellen Blicks. Staffel 1 widmet sich dem Thema „Erschöpfung“: Wie beeinflusst sie Kreativität? Wo verlaufen persönliche und gesellschaftliche Grenzen – und wie lassen sie sich hinterfragen? In Gesprächen über Fotografie, Alltag und Kunst geht es um Selbstfürsorge, Ausdruck und neue Freiräume.

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Episodes

Thursday Jul 31, 2025

Lisa Marie Asubonteng: Wege durch Erschöpfung
In der Auftaktepisode von Un-Focused spreche ich mit der ghanaisch-deutschen Fotografin Lisa Marie Asubonteng. Gemeinsam blicken wir auf ihre ersten Schritte in der Fotografie und auf die inneren und äußeren Bewegungen, die ihre künstlerische Praxis bis heute prägen.
Im Zentrum steht die Frage, wie sich Erschöpfung auf kreative Prozesse auswirkt. Lisa Marie spricht von einer Erfahrung, die sie als "Übererschöpfung" beschreibt – einem Zustand zwischen Rückzug und Widerstand. Ihre fotografischen Arbeiten "Comfort" und "The Holy Women" geben Einblicke in intime Räume, in denen Verletzlichkeit, Erinnerung und Fürsorge sichtbar werden.
Dieses Gespräch erzählt von Anfängen, Brüchen und dem Versuch, Bilder zu schaffen, die nicht nur zeigen, sondern verbinden.

Sunday Aug 31, 2025

Chul Gyun Yoo – Wenn Sehnsucht müde wird
Wie findet man seine eigene künstlerische Stimme inmitten von Erschöpfung, Umbrüchen und der Suche nach Zugehörigkeit? In diesem Gespräch spricht der Fotokünstler Chul Gyun Yoo über seinen Weg von den ersten gestalterischen Arbeiten bis hin zur Fotografie als zentralem Ausdruck seiner Kreativität.
Wir reden über Zweifel, das Gefühl des Fremdseins, den Umgang mit Druck und darüber, wie kreative Arbeit manchmal Energie schenkt und manchmal raubt. Gyun teilt, wie er Pausen findet, welche Rolle Ruhe und Selbstfürsorge in seinem Alltag spielen und warum Fotografie für ihn weniger Antworten liefert, sondern vielmehr neue Fragen aufwirft – über Identität, Nähe und Distanz.
Ein offenes Gespräch über das Navigieren zwischen Arbeit und Erschöpfung, über das Loslassen von Erwartungen und darüber, wie sich neue Perspektiven langsam entfalten dürfen.

Sunday Oct 05, 2025

China Hopson fotografiert dort, wo Nähe entsteht. In dieser Folge erzählt die Hannoveraner Fotografin, wie Schlagzeugproben sie zur Kamera führten, warum sie nach einer Porträtlehre im Studio den Schritt in den Fotojournalismus wagte und wie sich ihr Blick zwischen Porträt-, dokumentarischer und Musikfotografie geschärft hat. Wir sprechen über prägende Projekte wie „AfroTopics“ – Porträts Schwarzer Persönlichkeiten in Niedersachsen – und über das BLM-Schlüsselbild aus Hannover, das neue Türen öffnete, aber auch ambivalente Erfahrungen mit sich brachte. Offen teilt China, wie Erschöpfung in der Selbstständigkeit auftritt – nach Studienphasen, mit dem Ende der Förderung, in Auftragsflauten und seit der Elternschaft – und welche Strategien ihr helfen: anhalten, annehmen, weitermachen und Community suchen.

Tuesday Nov 11, 2025

In dieser Folge spreche ich mit Verdiana Albano, konzeptioneller Fotografin und Installationskünstlerin aus Berlin und Frankfurt. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Archiv, Erinnerung und Materialität.  In ihrer Serie I ain't from no east coast rekonstruiert Verdiana Lücken in der DDR-Bildgeschichte und fragt, wer überhaupt sichtbar war – und wer nicht.
Wir sprechen über Erschöpfung als ständige Begleiterin künstlerischer Arbeit, über den langen Atem, den es braucht zwischen Antrag, Produktion und Ausstellung. Über Fotografie als Speicher und Widerstand, über kollektive Arbeit, Klassenfragen und das Netzwerk Institut Contemporary, das Verdiana mitbegründet hat.
Ein Gespräch über die Mühen und das Leuchten der künstlerischen Praxis – und darüber, warum Durchhalten manchmal selbst schon eine Form von Kunst ist.

Sunday Dec 07, 2025

Ich spreche mit der Künstlerin Clarita Maria, die zwischen Kassel und Köln lebt und arbeitet. Wir reden darüber, wie Fotografie für sie zu einem Raum der Selbsterkundung und Erinnerungsarbeit geworden ist – ein Medium, um Identität, Familiengeschichte und kulturelle Zugehörigkeit zu erforschen und koloniale Bildnarrative zu hinterfragen. Clarita Maria erzählt von ihren Anfängen in Windhoek, ihrem Weg durch Ausbildung und Studium, ihrem Abschied von der klassischen Dienstleistungsfotografie hin zur freien künstlerischen Forschung.
Außerdem sprechen wir über Erschöpfung: den Druck von Instagram und Online-Präsenz, Sichtbarkeit und Urheber:innenschaft, die Herausforderungen als Mutter und Künstlerin, finanzielle Hürden im Kunststudium und Tokenisierung in Institutionen. Clarita teilt, warum ihr heute Ausstellungen, echte Begegnungen und Community wichtiger sind als Social Media, und erzählt von einem entstehenden Kollektiv für Schwarze Künstler:innen und Menschen of Color.

Wednesday Dec 31, 2025

Maïscha ist Porträtfotografin aus Hamburg. Für sie ist Fotografie ein Wohlfühlmoment, ein Raum von Freiheit, in dem Menschen so sein können, wie sie sind. Genau diesen Raum versucht sie in ihrer Arbeit zu schaffen: mit Offenheit, Vertrauen und Leichtigkeit.
Sie arbeitet überwiegend porträtbasiert, verbindet konzeptionelles Arbeiten mit dokumentarischen Momenten und schätzt Prozesse, die Spielraum lassen. Ein wichtiger Teil ihres Alltags ist Community: das gemeinsame Studio, Austausch mit Freund*innen und gegenseitiger Support.
Maïscha spricht offen über Erschöpfung in der Selbstständigkeit,  über das Durchziehen im Shooting, den Druck von Orga, Nachbearbeitung und Existenzfragen sowie die körperlichen und emotionalen Grenzen dieser Arbeit. Pausen, bewusste Entscheidungen, Werteorientierung und Vernetzung helfen ihr, immer wieder zurück in Balance zu finden.

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Version: 20241125